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Karl May ist gar kein schlechtes Stichwort - Bettina in Amerika ist von mir tatsächlich so angelegt, unsere Vorstellungen von den USA reflektierend, gerade weil ich selber nie da war (nicht nur der Mittlere Westen ist mir unbekannt), also bewusst als Fantasiewelt angelegt. Und im Kontrast dazu die Welt in Bremen eher realistisch angelegt, basierend auf eigenen Erfahrungen.
Woody Norman, Protestsänger, Stimme seiner Generation. Idol meiner – Bettinas - Eltern. Kleines verhutzeltes Männchen mit Schaffellweste, Mundharmonika, dann seine Stimme. Knisterndes Schmirgelpapier zu himmlischer Lyrik. Große Überraschung bei mir, die Freundschaft zwischen ihm und Tex Connelly, „der Polarstern nach dem man sich richten kann.“ So der eine Freund über den anderen. Entgegengesetzte Fixsterne am Firmament der damaligen US-Gesellschaft. Brodelnder Protest, pazifistisch, militant, ...
Cannon Beach, Pazifischer Nordwesten. Wieder Daumen in den Wind. Das ungleiche Paar welches Sie hier sehen: Die Produzentenlegende Sid Silver, und ich, seine Freundin Bettina Borchers. Mein Lebensgefährte im Band-Shirt, diesmal die coole Combo „Bolzenschneider“. Eine Sonnenbrille. Ich hingegen mein weißes Shirt mit Anarchie-Symbol, meine Lederjacke, mein Leoparden-Minirock, meine graue Stiefel. Alles voll Kraken, war wohl gerade eine Plage. Dieser Büffel von einem Mann. Steht mit mir am Strand....
Nicht ganz, Kim. Habe die Texttafel aus dem Bild entfernt, sowie Bettinas inneren Monolog in Romanform dargestellt, ohne (für den gemeinen Leser eh eher uninteressante) Drehbuchanweisungen. Es werden noch weitere Illustrationen folgen, die sich stärker von den bereits bestehenden unterscheiden werden.
Er ist ein Kerl, ein ganzer Mann, und sein Zuhause ist die Autobahn. Sein Zuhause ist die Autobahn. (Gunter Gabriel, „30-Tonner-Diesel“.) Tja. Nun sitz ich hier. Hab wieder am Highway gestanden, den Daumen in den Wind gehalten. Weiß noch nicht wohin es geht, die Straße hat mich wieder. Neben mir ein fetter, aufgedunsener Ami-Typ, voller Fastfood, Trucker-Mütze aufm Kopp, die Wampe wippend zu Trucker-Musik. Aber was läster ich hier, „Ami-Typ“, hab ich das wirklich gedacht? Bin ich nicht vollstän...
Bremen Weberstraße, Internet-Café „LIFT“, nix an den Wänden, sieht total spackig aus, das. Nicht die üblichen Klitschen, die benutzt werden wenn Leute online gehen wollen, nicht so Chefsessel zwischen abgekapselten Einzelsitzplätzen, stattdessen offen, gemütlich, wie in so ner Bar, hipstermäßig (wenn man zum Zeitpunkt dieser Geschichte schon von Hipstern geredet hätte). Ich, Bettina, Teetasse in ihrer einen Hand, die andere an der Tastatur, gleich wird wohl ein neuer Eintrag im „Hey!Ho!“-Forum d...
„Die Sache ist, dass viele Rock-Bands heutzutage keine Ahnung vom Blues haben. Das ist der große Fehler, denn der Blues ist die Basis. Man sollte eben nicht nur zustechen, sondern das Messer auch wieder richtig rausziehen können.“ Lemmy Kilmister. Staubige Landstraße irgendwo im Mainland der USA. Ich, „Blitzkrieg“ Bettina Borchers, eure Lieblings-Punkerin in einem Greyhound-Bus. Bin selbst genauso voller Staub wie die Straße, auf der ich fuhr. Meine abgewetzte Lederjacke. Gebückt. Den Notizblock...
Nehme gegenüber den fünf Redakteuren der Bremer „Hey! Ho!“-Redaktion auf einem Stuhl Platz. Mein Blick eine Mischung aus Abgeklärtheit und Erwartung. Verziehe etwas das Gesicht bei den ganzen dicklichen, schwitzenden Männerkörpern. Was wollen die von ihrer Lieblings-Punkerin? Angespannte Stille im Raum, bis einer der Redakteure - auf seinem T-Shirt ist eine ausgestreckte Zunge zu sehen - seine Stimme erhebt. „Bettina, du hast vielleicht mitbekommen, dass der Country-Sänger Tex Connelly gestern ...
Allen einen guten Rutsch! Auf dass uns das neue Jahr noch viele schöne Zeichnungen beschert!
ANWESEN VON SID SILVER, LONG BEACH, NEW YORK, DIESIGES, NASSKALTES WETTER. Draufsicht auf zwei Räume. Partygäste, aufgekratzt, Drinks in der Hand, Smalltalk, Garagenpunk erfüllt die Luft. Sid Silver sitzt – mit Whiskyglas in der Hand – am DJ-Pult und guckt LPs durch. Schwarzes Gold, ebenso dunkle Klänge? Bettina kommt angewankt, Cannabis-Geruch im Mund, verschwitzt vom Tanzen. Kurze Draufsicht von draußen. Man sieht Sid durchs Fenster von hinten, wie er seine Platten durchgeht. BETTINA (zu Sid) ...
HIGHWAY, IRGENDWO IN DEN USA. DRAUSSEN/TAGSÜBER BETTINA (innerer Monolog) Tja. Nun sitz ich hier. Neben mir ein fetter, aufgedunsener Ami-Typ, voller Fastfood, Trucker-Mütze aufm Kopp, die Wampe wippend zu Trucker-Musik. Aber was läster ich hier, „Ami-Typ“, hab ich das wirklich gedacht? Bin ich nicht vollständig amerikanisiert, und was ist daran schlimm? Man kannte das so, wenn man links war, wenn man Punk war, war man auch gegen die USA, gegen ihre Kriege, aber man lästerte auch gegen die Kultu...
BÜROGEBÄUDE IN CHARLOTTE, NORTH CAROLINA. AUSSEN/TAGSÜBER Bürogebäude mit Säulen, davor einige Passanten. Draufsicht auf zwei Büros, in denen sich Mitarbeiter vom Reverend relativ locker unterhalten. Weiße Wände. Buntgemusterter Teppich. Grüner Fensterrahmen. Sonnenschein. Ein Blumentopf verhältnismäßig einsam auf einer Anrichte. Gordon S. Douglas an seinem Schreibtisch, viele Papiere vor sich. Fast altrömisches Profil, beeindruckende, charismatische Erscheinung. Er blickt aus dem Fenster, raus ...
PRÄRIELANDSCHAFT, IRGENDWO IM MITTLEREN WESTEN DER USA. DIESIGER, LEICHT BEWÖLKTER HIMMEL, SPÄTER NACHMITTAG Bettina steigt aus einem Truck… Billy, bester Freund von Tex, Hippie-Mähne statt Stetson-Hut, zusammengekauert, seine rothaarige Interviewerin erwartend. Betty bemerkt, dass das Country-Urgestein einen Joint in der Hand hält. Sollte dieser vor ihr versteckt werden, er war doch eigentlich bekannt für seinen offensiven Umgang mit seinem Marihuana-Konsum. BILLY Hey, du bist Betty, oder? Schr...
BREMEN WEBERSTRASSE, INTERNET-CAFÉ „LIFT“, ca. 14:00 UHR INNEN/FRÜHER NACHMITTAG Kahle, etwas schäbige Wände. Nicht die üblichen Klitschen, die zum Online-Zugang genutzt werden, keine Chefsessel gedrängt zwischen abgekapselten Einzelsitzplätzen, stattdessen offen, gemütliche Bar-Atmosphäre, hipstermäßig (wenn man zum Zeitpunkt dieser Geschichte schon von Hipstern geredet hätte). Bettina, Teetasse in ihrer einen Hand, die andere an der Tastatur, gleich wird wohl ein neuer Eintrag im „Hey!Ho!“-For...
STRASSENBAHN IN BREMEN, BETTINA AM HANDY. INNEN/MITTAGSZEIT BETTINA (aufgeregt) Eye, geh ran. Du alter Schwachmat, hast mir die verkackte SMS geschickt, und jetzt erreich’ ich dich nicht. Sie tippt wie wild auf ihrem Handy rum, schwitzt und läuft rot an. Sie keucht noch etwas und versucht sich zu beruhigen. Eine kleine Flasche Wasser aus ihrer Lederjacke, ab an die Lippen. Das Handy klingelt. Bettina – ohne eine Miene zu verziehen – geht ran. BETTINA Wer ist da? Manny? Hä? Kann nix verstehen… we...
STAUBIGE LANDSTRASSE IRGENDWO IM MAINLAND DER USA AUSSEN/TAG Bettina in einem Greyhound-Bus. Selbst genauso voller Staub wie die Straße, auf der sie fuhr. Ihre abgewetzte Lederjacke. Gebückt. Den Notizblock umklammernd. Müder Blick. Ihr wurde gesagt, dass sie hier den legendären Coughin‘ McArthur Wilson findet, Tex Connelly’s erklärtes Vorbild. BETTINA (Voice Over) Bus. Haltestelle. Dieser Maler, wie hieß er, Dennis Hopper? Ach nee, Edward. Hotelzimmer, Tankstellen, Bürogebäude, Amerika. In irge...
ANWESEN VON WOODY NORMAN INNEN/TAG „Blitzkrieg“ Bettina Borchers im Foyer des Hauses, welches Folksänger Woody Norman bewohnt. Wie immer ihr übliches Outfit: Lederjacke, Band-Shirt, Minirock, Stiefel, Strapse, in einer Sitzecke, sie starrt auf einen riesigen Bildschirm. Pseudocoole Körperhaltung, reell erwartungsvoll, angespannt. Aufnahmegerät und Notizblock zur Hand. Dem Geruch nach gediegenes Westernfeeling, alles ordentlich-aufgeräumt. BETTINA (Voice Over) Woody Norman, Protestsänger, Stimme ...
HOTELZIMMER, IRGENDWO IN DEN USA INNEN/SPÄTABENDS Bettina Borchers und Kirsty Douglas betreten den Raum, stinknormales Hotelzimmer mit den dafür normalen Gerüchen und der normalen Helligkeit. Aus dem Fenster sieht man wie duster es draußen ist. Bettina in leicht verratztem Outfit, Lederjacke, weißes T-Shirt mit schwarzem Anarchie-A, breiter Nietengürtel, Minirock, Strapse, Stiefel, Schleifchen im roten Haar. Kirsty dagegen die blonden Haare zu einem strengen Dutt gebunden, Rollkragenpulli (gelb ...
REDAKTION „HEY! HO!“, BREMEN INNEN/TAG BETTINA (wie immer in Lederjacke, Leoparden-Minirock, Leopardenslip, rot-weißen Strapsen, hohen schwarzen Stiefeln mit Spange, sowie T-Shirt mit Anarchie-Symbol bekleidet. [font='"']Sie nimmt gegenüber den fünf Redakteuren auf einem Stuhl Platz. Ihr Blick eine Mischung aus Abgeklärtheit und Erwartung. Verzieht etwas das Gesicht bei den ganzen dicklichen, schwitzenden Männerkörpern. Angespannte Stille im Raum, bis einer der Redakteure seine Stimme erheb...