Das ist eigentlich keine Geheimsache.
Ich habe etwa 30 Ausgaben des Fanzines PLOP herausgegeben (die Nummern 40 bis 79 plus ein paar Sonderhefte). Anfangs habe ich die im Copyshop vervielfältigt; der Shop hat die auch für mich getackert. Dann habe ich mit zwei Druckereien zusammengearbeitet, die die Hefte im Schnelloffset-Verfahren hergestellt haben.
Nach einigen Jahren Pause habe ich dann den autobiografischen Comic "Daphne erstarrt" gezeichnet. Den habe ich in fünf Heftausgaben vorveröffentlicht, auch um meine Motivation hochzuhalten, das Projekt wirklich abzuschließen. Es sollten fünf Mal 20 Seiten werden, wurden aber am Ende tatsächlich 127 Seiten. Ich wußte anfangs nicht, ob sich dafür vielleicht ein Verlag interessiert, habe aber dann auch wieder auf eigene Faust eine Gesamtausgabe gedruckt.
Die Auflagen bewegten sich immer zwischen 100 und 200 Exemplaren. Einige Hefte sind inzwischen ausverkauft, von anderen habe ich noch ein paar übrig.
Als Bücher- oder Hefte-Macher ist man verpflichtet, zwei Belegexemplare an die Deutsche Nationalbibliothek in Frankfurt/Main zu senden, die die dann archiviert. Auch andere Bibliotheken sind an solchen Exemplaren interessiert. Wenn ich nur 100 Stück drucke, gebe ich aber nur wenige Belege ab.
Es könnte sich lohnen, für sein Druckwerk eine ISSN zu besorgen. Habe ich aber nicht gemacht, weil ich nie an den Kiosk gegangen bin. Wenn man das machen will, braucht man eine ISSN, und sie ist wohl auch wichtig, wenn man mit seinen Druckwerken Geld verdient (war bei mir natürlich nicht der Fall). Mit der ISSN kenne ich mich aber nicht so genau aus.
Einmal war ich mit meinem Comic "Daphne erstarrt" doch am Kiosk: Er erschien in Fortsetzungen im Magazin "Graphica". Aber "Graphica" ging ein, bevor "Daphne" abgeschlossen war. Und ich war auch nicht der Herausgeber von "Graphica". Ich habe also keine eigenen Erfahrungen mit dem Pressegrosso (also dem Verkauf über Kioske).