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Peter L. Opmann

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Sonntag, 27. September 2020, 08:02

Zeichenkurs

Gestern hzabe ich einen Zeichenkurs gegeben. Das war ein privates Treffen; vier Leute aus meiner Gemeinde nahmen daran teil. Ich denke, es war eine gute Sache.

Ich bin selbst nicht akademisch ausgebildet, habe mich aber bemüht, ein paar grundlegende Regeln zu Perspektive, Licht-Schatten-Wirkung und Anatomie zu vermitteln. Die Teilnehmer waren sehr unterschiedlich: Eine Frau ist Grafikerin, arbeitet aber hauptsächlich mit Schriften und macht das auch nur nebenbei. Eine andere Frau hatte schon einmal einen Malkurs belegt, hatte aber von Perspektive oder Anatomie überhaupt keine Ahnung und hatte auch Mühe, sich einen Quader von oben und von unten gesehen vorzustellen. (Mit ihr hatte ich mich ursprünglich darüber unterhalten, daß Malen und Zeichnen nicht dasselbe ist; so kam das Treffen dann zustande.) Ich bin insgesamt anfangs zu schnell vorgegangen, bis ich gemerkt habe, daß Dinge, die für mich selbstverständlich sind, anderen Leuten schwer fallen. Der Kurs dauerte insgesamt etwa fünf Stunden, und alles in allem lief es sehr gut.

Wir haben bald damit angefangen, uns gegenseitig zu helfen. Ich wollte zum Schluß bei einer freien Zeichnung ankommen, bei der sowohl Perspektive als auch Schattierung berücksichtigt werden und ein Mensch in irgendeiner Pose zu sehen ist. Soweit sind wir allerdings nicht gekommen. Die Leute waren aber damit zufrieden, die einzelnen "Lektionen" nachzuvollziehen. Um Licht-Schatten-Wirkung zu üben, haben wir einmal einen goldfarbenen Kerzenhalter vor uns hingestellt und ihn mit Form und Lichteffekten abgezeichnet.

Von Comics habe ich nicht viel erzählt, nur, daß ich Zeichnen gelernt habe, indem ich zunächst Comics nachgezeichnet habe. Ich habe aber dazugesagt, daß das eigentlich nicht empfehlenswert ist, sondern daß man mit den Regeln beginnen sollte und dann am besten nach der Natur zeichnet.
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Kim

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Montag, 28. September 2020, 08:34

Klingt alles gut: Mit Grundfomen zu beginnen ist immer ein brauchbarer Ansatz, finde ich. Darauf kann man aufbauen, Räumlichkeit erzeugen, Licht und Schatten testen, Daraus Gegenstände und Figuren entwickeln.
Sollte der Kurs ein Rundumschlag sein? Ansonsten würde ich das je nach Dauer des Kurses etwas spezifizieren: Ein Block fürs Grundformen, einer für Figuren, einer für die Perspektive...

Peter L. Opmann

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Montag, 28. September 2020, 09:53

Ich muß gestehen, das war erstmal als einmalige Veranstaltung gedacht. Mein Hauptziel war, den Leuten klarzumachen, worum es beim Zeichnen geht. Jetzt muß ich mal sehen, ob der Wunsch aufkommt weiterzumachen. Ein Problem ist möglicherweise, daß ein Teil der Leute ganz gut zeichnen kann, ein anderer Teil absolute Anfänger sind.

Kim

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Dienstag, 29. September 2020, 07:45

Es ist meist so, dass man Teilnehmer innen mit unterschiedlichem Zeichenniveau in den Kursen hat. Aber eines eint alle: Da sie freiwillig und gern teilnehmen, sind sie alle motiviert.
Ich stelle zuerst eine ganz allgemeine 10-Minuten-Aufgabe: "Zeichnet mal das, was ihr am besten könnt!" An den Ergebnissen kann man das Niveau der Teilnehmer innen ablesen und den Kurs entsprechend danach ausrichten.

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kurisuno (29.09.2020)

Peter L. Opmann

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Dienstag, 29. September 2020, 09:32

Bei mir kam noch eines dazu: Ich kenne die Leute seit vielen Jahren. Aber es stimmt: Es war sehr hilfreich, daß keiner von ihnen von vorneherein gelangweilt oder widerspenstig war.

Ich wollte in diesem Kurs Grundregeln des Zeichnens vermitteln, und das habe ich auch vorher angekündigt. Die Grafikerin, die die Regeln im Prinzip kannte, fand es trotzdem sinnvoll, sich nochmal genau mit ihnen auseinanderzusetzen. Und ich mußte mich mit Perspektive oder Anatomie auch nochmal eingehend beschäftigen, um das erklären zu können.

Eine freie Zeichenübung wollte ich ans Ende setzen, aber auch wenn der Kurs ziemlich locker ablief, war dann nach fünf Stunden dennoch die Luft raus, und so müssen die Leute das mal selbst ausprobieren. Ich sehe meine Teilnehmer ja regelmäßig wieder und werde das wohl mitkriegen, wenn sie weitermachen.

Fraro

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Dienstag, 29. September 2020, 20:15

Spannende Geschichte! Ich kann mir vorstellen, daß alle Beteiligten (Dich eingeschlossen) fünf vergnügliche Stunden verbracht habt.
Nun bist Du auch der Mensch, der gerne Wissen vermittelt- und auch Wissen zum vermitteln angesammelt hat. Dazu bist Du, wie ich
auf unserem ersten (und bisher leider einzigen) Forentreffen feststellen konnte, ein sympathischer Mensch, der unterhaltsam zu
erzählen weiß.

Ich hatte vor einiger Zeit mal eine Anfrage der örtlichen VHS, die suchten explizit jemanden, der die Anfertigung von Comics vermittelt.
Mir fehlte seinerzeit ein bißchen der Mut dazu, denn ich bin in meinem Job zwar Ausbilder und nehme auch die Prüfungen bei der
Handelskammer ab- aber trotzdem habe ich gekniffen, einfach weil ich mich nicht als Zeichner fühle.

Von der Theorie habe ich wenig bis keine Ahnung. Das bißchen, was ich kann, habe ich mir selber beigebracht oder abgeguckt.
Ich weiß die Hälfte der Zeit gar nicht, was ich da tue- zumindest könnte ich es schwer in Worte fassen. Ich hab nicht mal Bücher
zum Thema Zeichnen gelesen (äh- auch die von Kim nicht *schäm*, wollte ich aber immer mal). Daher habe ich seinerzeit lieber
abgesagt und der Kurs kam bis heute leider nicht zustande.

Ich finde es großartig, wenn Du als jemand mit Deinem Background (zwar auch Autodidakt, aber mit erheblich mehr theoretischem
Unterbau) die Menschen an die Hand nimmst.

Kim gibt/gab doch auch Zeichenkurse, vielleicht magst Du noch ein bißchen aus dem Nähkästchen plaudern? :love:

Kritzelnde Grüße

Fraro
Ein Frosch ohne Humor ist nur ein kleiner, grüner Haufen.
(Kermit, 1976)

Peter L. Opmann

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Dienstag, 29. September 2020, 22:02

Fraro, ich könnte mir auf jeden Fall vorstellen, daß Du so einen Kurs geben kannst. Man muß ja nicht unbedingt Massen von Stoff vermitteln, Du kannst auch einfach demonstrieren, wie bei Dir ein Cartoon entsteht. Da würde ich mir vorher einen ausdenken (damit nicht genau während des Kurses die große Blockade eintritt), vielleicht auch schon mal üben, damit Du den dann flott aufs Papier werfen kannst. Und wenn Fragen der Teilnehmer kommen, wie Du dies oder jenes machst, kannst Du das dann so darstellen, wie Du's eben ohne Zeichenregeln hinkriegst. Ich bin davon überzeugt, daß das ankommen würde.

Aber ich kann Dir auch - außer Kims Zeichenkursen natürlich - noch ein paar Bücher nennen, in denen speziell Comiczeichnen vermittelt wird (müßte man sich wahrscheinlich gebraucht übers Web besorgen):

- Stan Lee/John Buscema: "How to draw Comics the Marvel way", Simon & Schuster 1978
- Klaus Strzyz/Jari Cuypers: Comiczeichenbuch. Zeichne Deine eigenen Comics!, Gerald Leue 1986
- Hansi Kiefersauer: Hugos Comiczeichenkurs. Mit Dr. Tuschke von Volker Reiche, Alpha 1990

Ich könnte mir vorstellen, daß Dir speziell das Buch von Strzyz und Cuypers gefällt, denn die kümmern sich auch wenig um Regeln.

Im übrigen habe ich das Thema unter "Off Topic" eingeordnet, weil es bei mir explizit nicht ums Comiczeichnen ging, sondern rein ums Zeichnen. Ich habe das nur am Rande erwähnt, daß ich Zeichnen durch Comics gelernt habe.

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